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Schweizer Bauer; 20.07.2005; Seite 9 ![]() ![]() ![]() Extra Bauernkalender: Shootings für die Ausgabe 2006 Wenn der Heuwagen zur «Location» wird 250 Frauen aus dem ländlichen Umfeld haben sich für das Casting in Bern beworben. 44 durften hingehen, 12 davon sind für den Bauernkalender 2006 ausgewählt. Model für einen Tag - eine Herausforderung! Pamela Fehrenbach Samstagmorgen, acht Uhr. Der Himmel ist verhangen, es ist kühl hier ob Därstetten im Diemtigtal. Der «Zihlhof» der Familie Kappeler ist leicht zu finden - wenn man weiss, wo er ist. Die Kulisse für die neuen Bauernkalender-Bilder könnte idyllischer nicht sein, alte und traditionelle Requisiten sind zuhauf vorhanden auf dem malerischen Biohof. Aller Anfang ist locker «Guten Morgen!» Betriebsam und im Gegensatz zum Wetter sonnig gestimmt, begrüsst uns Mike Helmy, der Produzent der Foto-Shootings für den Bauernkalender. Es ist das dritte von vier Shootings für den Kalender 2006. Sandra Rappo, 28, aus Fraubrunnen BE, ist heute als Erste dran. Noch steckt sie in Alltagskleidung und hält sich mit einer Jacke warm. Die Vorstellung, gleich mit weniger Bekleidung draussen auf einem Heuwagen zu posieren, findet sie begreiflicherweise noch nicht sehr verlockend. Nach dem Begutachten der «Location» - dem besagten Heuwagen eben - gehts weiter in die Garderobe. Stylistin Sybille hilft dem «Model für einen Tag» beim Auswählen des passenden Outfits. «Du musst dich vor allem wohl fühlen», rät sie der unschlüssigen Sandra. Ihr Freund Christoph ist als Chauffeur mitgekommen. Als Chauffeur? «Na, klar bin ich auch mitgekommen, um zu schauen, was da passiert und wie viel Haut Sandra zu zeigen gedenkt», gesteht er mit einem verschmitzten Lächeln. Schliesslich stehen die Chancen gut, dass Sandra den Landwirt auch in der Landi vom Kalender aus anlächeln wird. Und eben: nicht nur ihn. Wie will er mit Kommentaren zu den Bildern seiner Freundin umgehen? «Kein Problem, solange die Fotos ästhetisch sind und nicht zu viel zeigen und die Kommentare sich im Rahmen halten.» Bis zum Büstenhalter und nicht weiter, so habe sie sich mit ihrem Schatz schon im Vorfeld abgesprochen, sagt Sandra. Es ist ihr wichtig, dass er mit dem Resultat einverstanden ist. Oh Scheisse ... Sandra hat sich inzwischen umgezogen und präsentiert sich. «Na, was denkt ihr?», wirft sie in die Runde. Produzent, Stylistin und sie selbst sind zufrieden. Für Freund Christoph ists ein Grenzfall. Begreiflich, Sandra sieht sexy aus, obwohl die Unterwäsche kaum zu sehen ist. Christoph gibt sein O.K., und so wird Sandra in die «Maske» weitergereicht, wo sich Visagistin Monika ihrer annimmt und dem Outfit und dem Sujet entsprechend herrichtet. «Schon aufregend», gesteht Sandra. «Ich habe bei der Anmeldung nicht damit gerechnet, dass ichs bis in den Kalender schaffe», sagt sie. Sandra hat sich wie viele andere junge Frauen an der BEA angemeldet. Spontan, ohne an den möglichen «Ernstfall» allzu viele Gedanken zu verschwenden. Zu ihrer Freude wurde sie jedoch zum Casting ins Hotel Astoria, Bern, eingeladen - und von der fünfköpfigen Jury für den Bauernkalender 2006 ausgewählt. Visagistin Monika gibt Make-up und Frisur den letzten Schliff. «Oh Scheisse, auf was habe ich mich da eingelassen!», entfährt es Sandra unvermutet. Doch noch kalte Füsse bekommen? Nein, sicher nicht, lacht sie. «Nur etwas aufgeregt.» Die Nervosität hat zweifellos auch Vorteile. Im Gegensatz zu uns ist ihr nicht mehr kalt, obwohl sie inzwischen deutlich weniger anhat. Schön locker bleiben Das Heu pikst auf der nackten Haut, die Anweisungen des Fotografen Andreas Zurbuchen sind ungewohnt. Doch nicht nur er steht vor Sandra. Seine Assistentin, der Produzent, der Requisiteur und ihr Freund schauen zu. Hier wird die Stylistin bemüht, um etwas festzustecken, da muss die Visagistin noch etwas abpudern - und da soll man locker werden! Doch immer wieder darf Sandra die Testbilder und Posen begutachten, sagen, was ihr gefällt und was nicht, welche Bilder sie gut findet und welche sie mit «definitiv nein» quittiert. Nach einem Kleiderwechsel fühlt sich Sandra besser, findet das Vertrauen zum Fotografen, fügt sich unverkrampft in die Anweisungen und wirft ihrem Chrigu ein keckes und doch fragendes «Ça va, cherie?» zu. Der nickt, findets in Ordnung, das neue Outfit gefällt auch ihm besser. «An der Limite, aber o.k.» Das Bild ist im Kasten, der Requisiteur Mischa Christen nimmt den Ort für das folgende Bild mit der nächsten schönen Landfrau in Augenschein. Sandra darf sich wieder in ihre Alltagskleider stürzen. Sie sieht etwas erledigt aus. «Ja, es war schon irgendwie anstrengend», sagt die junge Frau, die auf dem Hof ihres Freundes die fünf Pferde betreut. Kein Wunder, es ist ja auch schon beinahe Mittag. «Am Anfang hatte ich Angst, es würde mir etwas aufgedrängt, fühlte mich nicht so wohl vor der Kamera», gesteht sie. Mit dem Resultat ist sie jedoch sehr zufrieden. Wie sieht das ihr Freund? «An der Limite, aber o.k. », beurteilt er die schönen Fotos. Sandra hat ihre Riesentasche inzwischen gepackt und verabschiedet sich vom Team. Währenddessen kümmert sich Stylistin Sybille schon um das nächste Modell, Nicole (21) aus Gerlafingen. Sandra wünscht ihr viel Vergnügen und winkt uns aus dem Auto zu. Sie sieht schon wieder viel erholter aus. Ihr normales Leben hat sie wieder. Christoph freuts. Die Kleider von Sandra Rappo werden während des Shootings stilvoll drapiert. Der lockere Umgangston und die weibliche Unterstützung helfen Sandra, sich in der ungewohnten Rolle als Model zurechtzufinden. (Bilder: Pamela Fehrenbach) Das Wetter ist wechselhaft, die Beleuchtung eine Herausforderung für Fotografieassistentin Anja Düblin. Hat an den «Ernstfall» nicht allzu viele Gedanken verschwendet - nun ists so weit. Sandra in der Maske. Produzent Mike Helmy (M.) bespricht sich mit Requisiteur Mischa Christen (l.) und Fotograf Andreas Zurbuchen. |
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