© NEWS; 09.05.2008

Zwischen Scholle und Karriere

Model-Finalistinnen für den Bauernkalender sinnieren über ihr Leben in der Landwirtschaft

Zürich. «Am liebsten gebe ich den Chälbli zu saufen», sagt Aline Allemann, 20. Sie steht heute im Casting für den Schweizer Bauernkalender 2009 in Seegräben ZH vor der Kamera. Allemann kommt aus Tavannes BE und fühlt sich schollenverbunden: «Ich kehre immer wieder zu den Eltern auf den Hof zurück.»

Allemann will wie 40 andere Finalistinnen zu den 13 Auserwählten gehören, die leichtbekleidet dem Schweizer Bauernstand den Stallgeruch des Hinterwäldlerischen nehmen. Die junge Landwirtschaft will sich mit dem Kalender ein zeitgemässes Image verleihen. «Bäuerinnen geben Vollgas», titelte die «Schweizer Illustrierte».

Bei aller Schollenverbundenheit: Landwirtin ist kein Traumberuf, die meisten Models in spe arbeiten in einer anderen Branche. Allemann ist Köchin. Und die Aargauerin Corinne Wiederkehr, 26, arbeitet als kaufmännische Angestellte. Trotz des Bürojobs ist ihr die Landwirtschaft Herzenssache: «Man macht sich Gedanken über die Zukunft der Bauern.» Ihre Eltern sind auf Rebbau umgestiegen, um wirtschaftlich zu überleben. Politisch will sich Corinne Wiederkehr nicht für die Landwirtschaft einsetzen: «Ich fühle mich zu jung.»

Landwirtschaft gleich SVP? Überhaupt nicht, wie das Beispiel der Bauerntochter Kathrin Nyffeler, 25, aus dem oberen Baselbiet zeigt: «Ich bin gegen die.» Trotzdem fühlt sie sich der Landwirtschaft verbunden: «Ich arbeite an einem besseren Kirschen-Marketing für meine Eltern.» HÜ.

www.bauernkalender.ch


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